Gedichte

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Friedrich von Schiller

Das ist der Liebe


Das ist der Liebe heil'ger Götterstrahl,
der in die Seele schlägt und trifft und zündet.
Wenn sich Verwandtes zum Verwandten findet.
Da ist kein Widerstand und keine Wahl.
Es löst der Mensch nciht, was der Himmel bindet. 



Knut Hamsun

Sommernacht

Der Abend dunkelt. In der Stube nur
Hört man den leisen Schlag der Pendeluhr.
Libellen spielen überm Wiesenhange.

Das Gartenpförtchen öffnet leise sich und schnell.
Sie schlüpft wie eine Flamme heiß und hell
An seine Brust, dass er sie fange.

Es bettet sie das Gras zu kurzer Ruh.
Dann geht es wieder fort auf leichtem Schuh.
Dass jedes unversehrt ins Bett gelange.

Nur die Libellen spielen fort und fort.
Ein Raunen wispert nur von Süd und Nord.
Ein Muschelsausen ewig lang und lange.

ich habe immer versucht,
die erhabenheit der bäume
die unverwundbarkeit der steine
die vorurteilslosigkeit der flüsse
und die gelassenheit der tiere
zu erreichen.
aber es ist mir nicht gelungen

Ich muß mich aufmachen,
fort von dir
um zu erfahren,
wo anderer Wein wächst.

Ich muß gehen,
bevor ich mit der Erde verwachse,
und mich das Gras,
mit scharfen Klingen umringt.

Ich habe schon vergessen was war
bevor du dich erinnerst,
und versuchst
mich in Ketten zu legen.

Du kannst einen rollenden Fels
nicht mit Worten aufhalten,
wenn er durch neue Türen bricht.

Und dann frage ich dich,
wie du Anspruch haben kannst,
auf ein Herz,
das nie in dir geschlagen hat.

Ich fahre nun auf einer neuen Straße,
und blicke nicht zurück,
denn das Vergangene
kenne ich schon.

Nacht der Entscheidung
Düster sind die Wolken aufgzogen,
zugeschnürt mein Herz,
aber nicht gelähmt mein Wille ,leider !
Lachen auf dem Gesicht,
schmerzen im Herzen,
brennnend geht einher die Gischt!
Tod du bist mir wieder sehr nahe heute ,
ich weiß es ist keine Lösung,
und doch meine liebe ich verliere,
wie oft kann man diesen Schmerz ertragen ?
Lieblich sie ward und doch so stark,
ich mich hineingekiet sehr arg,
mein Leben ich verändert hab,
Düster sind die Wolken da,
der Ofen brennt,
der Glanz des roten Weines jeder kennt,
die Tabletten man nicht mit Namen nennt,
die Verlockung nah,
doch auch diesen Kampf muss ich heut Nacht gewinnen,
sonst ich Schmerzen denen ich bereite ,
die ich liebe,
und sie Mich ?!
oh wie wird ich mich entscheiden,
gar zum Messer greifen und mich schneiden,
die Lösung ist es nicht,
doch groß der Schmerz,
hilflos ich steh da ,
konnt ihr nicht geben,
wie ich gern wollt,
mein Herz,die Sinne und die Taten,
wenn ich es tue Jetzt !
ist alles andere verraten,
so dann...schluck um schluck,
wird mein Wille halten,
man wird sehen...

Morning Mood

Der Wecker klingelt in der Nacht,
solange bis man aufgewacht.
Er reisst einen so aus dem Schlaf,
wo man im Traume die Wirklichkeit traf.
Man reibt sich die augen und sieht aus dem Fenster,
der Mond scheint noch helle und es ist draussen finster.
Das Bad ruft einen:'Komm schnell rein,
ich mach Dich wach, Du armes Schwein!'
Zum Frühstück bleibt dann kaum noch Zeit,
der Weg zur Arbeit ist recht weit.
Und sitzt man dann in seinem Bus,
denkt man drüber nach was man so tun muss.
Ohne Kummer, ohne Sorgen,
so beginnt ein Alltagsmorgen.


Das heilige Feuer

Auf das Feuer mit dem goldnen Strahle
Heftet sich in tiefer Mitternacht
Schlummerlos das Auge der Vestale,
Die der Göttin ewig Licht bewacht.

Wenn sie schlummerte, wenn sie entschliefe,
Wenn erstürbe die versäumte Glut,
Eingesargt in Gruft und Grabestiefe
Würde sie, wo Staub und Moder ruht.

Eine Flamme zittert mir im Busen
Lodert warm zu jeder Zeit und Frist
Die, entzündet durch den Hauch der Musen,
Ihnen ein beständig Opfer ist.

Und ich hüte sie mit heilger Scheue
Dass sie brenne rein und ungekränkt;
Denn ich weiss, es wird der ungetreue Wächter
lebend in die Gruft versenkt.

Melancholie I

Im
Schwenkglas
trocknet
eine braune Lache

Rest
stiller Sehnsucht
in Kristall

und irisierend
spiegeln sich Reflexe
beredter Ausdruck
der Komplexe

denn
Alkohol
kommt
vor dem Fall


Melancholie II

Einsam bin ich
und allein
einsam inmitten der Menge

Zwar ist man freundlich
man meidet mich nicht
und doch...

Ich bin allein
Mein Herz ist traurig
auch wenn mein Mund
dies nicht spricht

Ich kann nicht mehr weinen
wie früher
nur Hoffnung bleibt mir
ein winziges Stück

Erinnerung

Was
ist geblieben
von den Wesen
die die Erde hatten

Schatten

aus der atomaren Gruft
Gespenster nur
und Geister aus verkohlter Luft

Erinnerung
aus der Vergangenheit
Atome
in der Ewigkeit

Ein Wahnsinn
und ein Nichts 



Goodwin-Sand.

Das sind die Bänke von Goodwin-Sand,
sie sind nicht Meer, sie sind nicht Land,
sie schieben sich, langsam, satt und schwer,
wie eine Schlange hin und her.

Und die Schiffe, die mit dem Sturm gerungen
und die schäumende Wut der Wellen bezwungen,
und die gefahren über die Welt,
unzertrümmert, unzerschellt,
sie sehen die Heimat, sie sehen das Ziel,
da schiebt sich die Schlange unter den Kiel
und ringelt Schiff und Mannschaft hinab,
zugleich ihr Tod, zugleich ihr Grab.

Die See ist still, die Ebb' ist nah,
Mastspitzen ragen hier und da,
und wo sie ragen in die Luft,
da sind es Kreuze über der Gruft;
ein Kirchhof ist's, halb Meer, halb Land, -
das sind die Bänke von Goodwin-Sand. 



Auf eine Unbekannte
Die Dämmerung war längst hereingebrochen,
Ich hatt' dich nie gesehn, du tratst heran,
Da hat dein Mund manch mildes Wort gesprochen
In heil'gem Ernst, der dir mein Herz gewann.
Still, wie du nahtest, hast du dich erhoben
Und sanft uns allen gute Nacht gesagt,
Dein Bild war tief von Finsternis umwoben,
Nach deinem Namen hab ich nicht gefragt.
Nun wird mein Auge nimmer dich erkennen,
Wenn du auch einst vorübergehst an mir,
Und hör ich dich von fremder Lippe nennen,
So sagt dein Name selbst mir nichts von dir.
Und dennoch wirst du ewig in mir leben,
Gleichwie ein Ton lebt in der stillen Luft,
Und kann ich Form dir und Gestalt nicht geben,
So reißt auch keine Form dich in die Gruft.

Das Leben hat geheimnisvolle Stunden,
Drin tut, selbst herrschend, die Natur sich kund;
Da bluten wir und fühlen keine Wunden,
Da freun wir uns und freun uns ohne Grund.
Vielleicht wird dann zu flüchtigstem Vereine
Verwandtes dem Verwandten nahgerückt,
Vielleicht, ich schaudre, jauchze oder weine,
Ist's dein Empfinden, welches mich durchzückt! 



Zukunftssorgen

Korf, den Ahnung leicht erschreckt,
sieht den Himmel schon bedeckt
von Ballonen jeder Größe
und verfertigt ganze Stöße
von Entwürfen zu Statuten
eines Klubs zur resoluten
Wahrung der gedachten Zone
vor der Willkür der Ballone.

Doch er ahnt schon, ach, beim Schreiben
seinen Klub im Rückstand bleiben:
Dämmrig, dünkt ihn, wird die Luft
und die Landschaft Grab und Gruft.
Er begibt sich drum der Feder,
steckt das Licht an (wie dann jeder),
tritt damit bei Palmström ein,
und so sitzen sie zu zwein.

Endlich, nach vier langen Stunden,
ist der Alpdruck überwunden.
Palmström bricht zuerst den Bann:
"Korf", so spricht er, "sei ein Mann!
Du vergreifst dich im Jahrzehnt:
Noch wird all das erst ersehnt,
was, vom Geist dir vorgegaukelt,
heut dein Haupt schon überschaukelt."

Korf entrafft sich dem Gesicht.
Niemand fliegt im goldnen Licht!
Er verlöscht die Kerze schweigend.
Doch dann, auf die Sonne zeigend,
spricht er: "Wenn nicht jetzt, so einst -
kommt es, daß du nicht mehr scheinst,
wenigstens nicht uns, den - grausend
sag ichs -: unteren Zehntausend!" . . .

Wieder sitzt v. Korf danach
stumm in seinem Schreibgemach
und entwirft Statuten eines
Klubs zum Schutz des Sonnenscheines. 



Gefahr
Gespaltenes Herz
erfüllt
von Trauer
und Freude.

Nur leider
bedeckt
die Trauer
alles andere
wie ein Leichentuch.

Es tut weh,
wenn andere
sind gesehen.

Die Welt
birgt Gefahr.

Was früher
hielt
die ganze
Zeit.

Vom Anfang
der Gedanken.

Was oft
bedroht
durch eignen Fehler
und doch
so eisern
hielt
wie nichts
auf dieser Erd.

Kann brechen
nur duch
einen Menschen.

Dem Sonnengott

Wo bist du ? trunken dämmert die Seele mir
Von aller deiner Wonne; denn eben ists,
Daß ich gesehn, wie, müde seiner
Fahrt, der entzückende Götterjüngling

Die jungen Locken badet' im Goldgewölk;
Und jetzt noch blickt mein Auge von selbst nach ihm;
Doch fern ist er zu frommen Völkern,
Die ihn noch ehren, hinweggegengen.

Dich lieb ich, Erde ! trauerst du doch mit mir !
Und unsre Trauer wandelt, wie Kinderschmerz,
In Schlummer sich, und wie die Winde
Flattern und flüstern im Saitenspiele,

Bis ihm des Meisters Finger den schönern Ton
Entlockt, so spielen Nebel und Träum um uns,
Bis der Geliebte wiederkömmt und
Leben und Geist sich in uns entzündet. 



Leere Zukunft
Wenn Antworten sich mehren
Und Fragen verschwinden
Systeme sich wehren
Und Chaos verkünden
Dann ist die Zukunft leer
Und das Maß ist voll
Dann gibt es kein wir
Es ist alles getan

Wenn die Erde Gedanken verliert
Und das Meer an Land gewinnt
Sich niemand mehr irrt
Und Sehnsucht gerinnt

Dann ist die Zukunft leer
Und das Maß ist voll
Dann gibt es kein wir
Es ist alles getan
Es ist alles getan 



Kampf der Gewalten
Die Fluten sind am untergehen
Der Sturm ist nicht zu halten
Ohne sich in Acht zu nehmen
Kämpfen die Gewalten
Hörst du die Winde schreien
Siehst du die Wellen schlagen
Die Elemente kennen kein Verzeihen
Sie werden sich nie vertragen

Die Dünen schießen Mengen an Sand
Das Ufer sich mit Wasser verteidigt
Da ist ein wahrlich Streit entbrannt
Da werden wohl große Dinge bereinigt

Den Himmel in Dunkelheit ertränkend
Nehmen Wolken die Sonne als Geisel
So spielen die Giganten kränkend
Mit der Erde wie mit einem Kreisel

Erst als alles in ihrem Bann
Und weder Himmel noch Erde sich wehren
Fangen die großen Krieger an
Der Natur wieder Frieden zu gewähren 



Der hungernde Geist
Wessen Wehmut, wessen Klagen
Ich höre nur Geschrei und Gekreisch
Es sind der Einfalt Sklaven
Die sich bewegen wie totes Fleisch
Es sind derer solche Massen
Wären sie nur etwas genießbar
Ich könnt' mein ganzes Leben prassen 



Glückliche Einsamkeit

Niemanden hören, alles verstehen
Schmerzende Ohren stiller Ehen
Freie Gedanken erbrochen verwehen
In der Wüste meines Ichs
Hindurch durch Knochen
ungesehen
Geistiges Rasen durch selige Einbahnstraßen
Verhaßtes Vermissen
Suchen ohne Fragen
Zufriedenes Ertragen
Von Zukunft 


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