Kapitel 1

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Wie alles begann

 

Freitag. Sabine stand an der Bushaltestelle. Die Schule war aus und sie wartete ungeduldig auf den Bus. So viel Arbeit wartete noch auf sie.

Obwohl erst zwölf Jahre alt, war sie für ihr Alter schon erwachsener als die anderen Mädchen ihres Alters. Ihre Gedanken schwirrten um die Arbeit, die sie zu Hause zu erledigen hatte und beinahe hätte sie den Bus an sich vorbeirauschen lassen. Schnell stieg sie ein und setzte sich, starrte aus dem Fenster, um nicht wieder in Gedanken zu versinken.

Dann war sie endlich in ihrem Heimatdorf angekommen, stieg aus, lief schnell über die Straße und stand schon vor ihrem Wohnhaus, in dem sie mit ihrer Mutter allein lebte.

Leise schloss sie die Tür auf, brachte ihren Schulranzen in ihr Zimmer und schlich dann auf leisen Sohlen in die Küche. Dort suchte sie nach der Post, die sie dann letztendlich im Mülleimer fand. Sie schaute die Post durch und stellte fest, dass es nur Werbung war. Enttäuscht warf Sabine die Briefe in den Eimer zurück, schlich wieder auf ihr Zimmer zurück und setzte sich an ihren Schreibtisch, begann mit den Hausaufgaben. Bevor sie jedoch das erste Buch aufschlug, schaute das Mädchen auf die Uhr.

"Erst zwei Uhr!" murmelte sie, " Das kann ja heiter werden."

Ihre Mutter schlief am Nachmittag und deshalb musste sie leise sein, sonst weckte sie diese auf.

Sabine begann, doch nach einer Weile stellte sie fest, dass sie sich nicht richtig konzentrieren konnte. Sie musste immer an die Post im Mülleimer denken. Eigentlich war das ein routinierter Vorgang, der jeden Tag so ablief, doch warum um alles in der Welt, dachte sie diesesmal dauernd daran?

Schließlich konnte sie es nicht mehr aushalten vor Neugierde und schlich sich in die Küche zurück, nahm noch einmal die Briefe aus dem Müll und öffnete sie alle, doch sie fand nichts aufregendes...doch halt, da war ja noch der weiße Brief. Er sah anders aus und fühlte sich anders als die andere Post. Diesen nahm sie mit in ihr Zimmer, schloss die Tür leise und öffnete den Brief. Hoffentlich war er es wert, geöffnet zu werden. Vorsichtig riss Sabine den Umschlag auf und überflog den Inhalt. Ihr Herz stockte. Noch einmal las sie den Inhalt, diesmal langsam und gründlich und dann noch ein drittes Mal und bevor sie es merkte, kam ein lauter Schrei über ihre Lippen. Was sie da gerade gelesen hatte war zu schön um war zu sein.

Sie hörte Schritte auf dem Flur, die schlürfend auf ihre Zimmertür zu kamen.

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